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PV & Heiztechnik·25.01.2026·9 Min Lesezeit

Frischwasserstationen – warum sie ideal zur Warmwasserbereitung mit Wärmepumpen sind

Frischwasserstationen im Vergleich: Welche Möglichkeiten der Warmwasserbereitung gibt es und warum sind Frischwasserstationen besonders effizient in Kombination mit Wärmepumpen?

Die Warmwasserbereitung ist ein oft unterschätzter Teil der Gesamtenergieeffizienz eines Hauses.
Gerade in Kombination mit einer Wärmepumpe entscheidet das gewählte System maßgeblich darüber,
wie effizient, hygienisch und zukunftssicher die Anlage arbeitet.

In diesem Artikel zeige ich:

  • welche Möglichkeiten der Warmwasserbereitung es gibt
  • wie sie sich technisch unterscheiden
  • und warum Frischwasserstationen besonders gut zu Wärmepumpen passen

Welche Möglichkeiten der Warmwasserbereitung gibt es?

Im Einfamilienhaus sind heute hauptsächlich diese Systeme verbreitet:

1. Klassischer Trinkwarmwasserspeicher

  • Großer Speicher (z. B. 200–300 Liter)
  • Trinkwasser wird direkt gespeichert
  • Typische Temperaturen: 55–60 °C

Vorteile:

  • einfache Technik
  • weit verbreitet
  • geringe Investitionskosten

Nachteile:

  • Legionellenrisiko
  • regelmäßige Aufheizung auf hohe Temperaturen nötig
  • ineffizient für Wärmepumpen

2. Trinkwasserspeicher mit elektrischer Nachheizung

  • Speicher wird durch Wärmepumpe vorgewärmt
  • elektrische Heizpatrone hebt die Temperatur an

Vorteile:

  • technisch einfach
  • Legionellenkonzept leichter umsetzbar

Nachteile:

  • Stromdirekterwärmung
  • hohe Betriebskosten
  • konterkariert die Effizienz der Wärmepumpe

3. Durchlauferhitzer (zentral oder dezentral)

  • Warmwasser wird elektrisch im Moment des Bedarfs erzeugt

Vorteile:

  • keine Speicherung
  • keine Legionellenproblematik

Nachteile:

  • sehr hohe elektrische Anschlussleistung
  • teuer im Betrieb
  • kaum sinnvoll mit Wärmepumpe kombinierbar

4. Frischwasserstation (Puffer + Plattenwärmetauscher)

  • Trinkwasser wird nicht gespeichert
  • Erwärmung im Durchfluss
  • Wärme stammt aus dem Heizungs- oder Pufferspeicher

Vorteile:

  • hygienisch
  • flexibel
  • ideal für niedrige Temperaturen

Wie funktioniert eine Frischwasserstation?

Eine Frischwasserstation erwärmt Trinkwasser erst beim Zapfen:

  • Kaltes Trinkwasser fließt durch einen Plattenwärmetauscher
  • Heizungswasser liefert die notwendige Energie
  • Kein Warmwasser steht im Speicher

Es gibt keinen Trinkwasserspeicher – und damit keine langen Standzeiten.


Praxis: Warmwasser mit nur 40 °C Vorlauf

In der Praxis zeigt sich ein entscheidender Vorteil von Frischwasserstationen:

Die Wärmepumpe muss für die Warmwasserbereitung nicht auf hohe Temperaturen hochfahren.

Konkret bedeutet das:

  • Die Wärmepumpe arbeitet bei der Warmwasserbereitung mit nur ca. 40 °C Vorlauftemperatur
  • Am Zapfhahn stehen dadurch bereits 38–39 °C warmes Wasser zur Verfügung

Und zwar:

  • direkt
  • ohne Zumischung von Kaltwasser
  • ohne Komforteinbußen

Warum das Mischen mit Kaltwasser energetischer Unsinn ist

In vielen klassischen Warmwassersystemen passiert Folgendes:

  • Wasser wird auf 55–60 °C erhitzt
  • anschließend am Mischer wieder auf 38–40 °C heruntergemischt

Das bedeutet:

  • unnötig hoher Temperaturhub
  • schlechtere Arbeitsbedingungen für die Wärmepumpe
  • höherer Stromverbrauch
  • mehr Verluste im Speicher und in den Leitungen

Kurz gesagt:

Erst teuer hochheizen und dann wieder abkühlen ist energetischer Selbstmord.

Mit einer Frischwasserstation entfällt dieser Umweg vollständig.


Niedrige Temperaturen = höhere Effizienz der Wärmepumpe

Physikalisch ist das eindeutig:

  • Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur
  • desto höher der COP der Wärmepumpe
  • desto geringer der Stromverbrauch

Gerade bei der Warmwasserbereitung ist das entscheidend, da:

  • hier oft die höchsten Temperaturen gefordert werden
  • diese Temperaturen die Jahresarbeitszahl stark verschlechtern können

Frischwasserstationen ermöglichen:

  • niedrige Puffertemperaturen
  • konstante Zapftemperaturen
  • effizienten Betrieb auch im Winter

Hygiene: Warum Frischwasserstationen kein Legionellenproblem haben

Legionellen vermehren sich:

  • in stehendem Trinkwasser
  • bei langen Verweilzeiten
  • im Temperaturbereich zwischen ca. 25 und 50 °C

Bei Frischwasserstationen:

  • gibt es keinen Trinkwasserspeicher
  • fließt Wasser nur kurzzeitig
  • existieren keine großen Volumina mit Stillstand

➡️ Bei korrekter Auslegung ist das hygienische Risiko sehr gering, auch ohne 60 °C Speichertemperatur.


Gibt es auch Nachteile?

Ja – wie immer:

  • höhere Investitionskosten
  • etwas komplexere Hydraulik
  • sorgfältige Planung erforderlich

Diese Punkte sind jedoch:

  • technisch beherrschbar
  • einmalig
  • langfristig meist wirtschaftlich sinnvoll

Fazit

Frischwasserstationen spielen ihre Stärken besonders in Kombination mit Wärmepumpen aus.

Sie:

  • ermöglichen Warmwasser bei sehr niedrigen Vorlauftemperaturen
  • vermeiden unnötige Temperaturerhöhungen
  • verbessern die Effizienz der Wärmepumpe spürbar
  • erhöhen Hygiene und Komfort gleichzeitig

Wer seine Wärmepumpe effizient betreiben möchte, sollte die Warmwasserbereitung nicht isoliert betrachten –
sondern als zentralen Hebel für eine gute Jahresarbeitszahl.