Luft in der Fußbodenheizung gehört zu den häufigsten Ursachen für schlechte Wärmeverteilung, gluckernde Geräusche und lange Aufheizzeiten. Besonders nach Neubau, Sanierung oder Arbeiten an der Heizungsanlage kann Luft in den Heizkreisen verbleiben. Mit wenigen Werkzeugen lässt sich die Fußbodenheizung in vielen Fällen selbst entlüften.
Diese Anleitung beschreibt das Vorgehen praxisnah und systematisch – ohne Spezialwerkzeug und ohne Eingriffe in die Regelung.
Wann sollte eine Fußbodenheizung entlüftet werden?
Typische Anzeichen für Luft im System sind:
- einzelne Räume bleiben deutlich kälter
- ungleichmäßig warme Bodenflächen
- hörbare Fließ- oder Gluckergeräusche
- stark schwankende Durchflussanzeigen am Heizkreisverteiler
Ein Entlüften ist besonders sinnvoll:
- nach Erstinbetriebnahme
- nach Wartungsarbeiten
- nach dem Nachfüllen von Heizungswasser
- bei dauerhaft schlechter Heizleistung einzelner Kreise
Benötigte Werkzeuge und Materialien
Für das Entlüften der Fußbodenheizung werden folgende Werkzeuge benötigt:
-
Schlauch (transparent, ca. 8–10 mm Innendurchmesser)
→ z. B. PVC-Schlauch transparent* -
Eimer oder Auffangbehälter
-
Schlitzschraubendreher oder Entlüftungsschlüssel* (je nach Verteiler)
-
Handtücher oder Lappen
-
Optional: kleine Wasserpumpenzange
→ z. B. Wasserpumpenzange 250 mm*
Optional bei häufigem Nachfüllen:
- Systemtrenner / Füllschlauch mit Rückflussverhinderer
Vorbereitung und Sicherheit
Vor dem Entlüften sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Wärmepumpe oder Heizkessel ausschalten
- Umwälzpumpe abschalten oder auf manuell stellen
- Heizkreise vollständig öffnen
- Heizkreisverteiler frei zugänglich machen
- Boden unter dem Verteiler mit Lappen schützen
Wichtig:
Das Entlüften erfolgt kreisweise, nicht alle Heizkreise gleichzeitig.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Fußbodenheizung entlüften
Schritt 1: Alle Heizkreise schließen
Am Heizkreisverteiler werden zunächst alle Heizkreise geschlossen, außer dem ersten zu entlüftenden Kreis.
Schritt 2: Schlauch anschließen
Den Schlauch auf das Entlüftungsventil des geöffneten Heizkreises stecken und das andere Ende in einen Eimer führen.
Schritt 3: Entlüftungsventil öffnen
Das Entlüftungsventil langsam öffnen.
Das Heizungswasser beginnt zu fließen – anfangs oft mit Luftblasen.
Der Vorgang läuft so lange, bis:
- keine Luftblasen mehr austreten
- ein gleichmäßiger Wasserstrahl entsteht
Schritt 4: Heizkreis schließen
Nach erfolgreicher Entlüftung wird der Heizkreis wieder geschlossen.
Schritt 5: Nächsten Heizkreis entlüften
Den nächsten Heizkreis öffnen und die Schritte wiederholen, bis alle Kreise einzeln entlüftet wurden.
Schritt 6: Anlagendruck prüfen
Nach dem Entlüften kann der Heizungsdruck abgesunken sein.
Der Druck sollte auf den vom Hersteller empfohlenen Wert nachgefüllt werden (typisch 1,5–2,0 bar bei EFH).
Kontrolle nach dem Entlüften
Nach dem Einschalten der Anlage sollte überprüft werden:
- gleichmäßige Durchflussanzeigen an allen Heizkreisen
- keine Fließgeräusche
- deutlich verbesserte Wärmeverteilung
- stabiler Anlagendruck
In den folgenden Tagen kann ein zweiter Entlüftungsdurchgang sinnvoll sein, da sich Restluft sammelt.
Häufige Fehler beim Entlüften
- mehrere Heizkreise gleichzeitig geöffnet
- Umwälzpumpe während des Entlüftens aktiv
- zu schnelles Öffnen des Ventils
- Anlagendruck nicht kontrolliert
- Entlüften nur am Heizkörper, nicht am Verteiler
Gerade Fußbodenheizungen reagieren empfindlich auf Luft, da lange Rohrschleifen vorhanden sind.
Wann besser ein Fachbetrieb eingeschaltet werden sollte
Ein Fachbetrieb ist sinnvoll, wenn:
- trotz Entlüften keine Verbesserung eintritt
- Durchflussanzeigen nicht reagieren
- der Druck stark abfällt
- regelmäßig Luft nachkommt
Dies kann auf Undichtigkeiten, defekte Ventile oder falsche Hydraulik hinweisen.
Fazit
Das Entlüften der Fußbodenheizung ist eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme zur Verbesserung von Komfort und Effizienz. Mit wenig Werkzeug und systematischem Vorgehen lassen sich viele Probleme selbst beheben.
Eine regelmäßig entlüftete Anlage arbeitet ruhiger, gleichmäßiger und effizienter.
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