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PV & Heiztechnik·22.01.2026·7 Min Lesezeit

PV-Erzeugung im Winter – reale Praxiswerte aus Dezember & Januar im Vergleich zum September

Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage im Winter wirklich? Praxiswerte einer 17,5 kWp Ost/West-Anlage: Dezember, Januar und Vergleich mit dem September.

Die Frage nach der PV-Erzeugung im Winter gehört zu den häufigsten Diskussionen rund um Photovoltaik.
Oft hört man Aussagen wie:

„Im Winter bringt PV ja nichts.“

Oder:

„Ohne Speicher lohnt sich das nicht.“

In diesem Artikel zeige ich reale Ertrags- und Eigenverbrauchsdaten aus einem Einfamilienhaus – ohne Speicher, mit Ost/West-Ausrichtung – und stelle Wintermonate dem September gegenüber.


Die PV-Anlage (Rahmendaten)

Diese Konfiguration ist sehr praxisnah und entspricht vielen heutigen EFH-Anlagen.


PV-Erzeugung im Dezember (Winter)

  • Ertrag gesamt: 231 kWh
  • Direkt selbst verbraucht: 205 kWh
  • Einspeisung: 26 kWh

👉 Eigenverbrauchsquote: ca. 89 %

Der geringe absolute Ertrag ist typisch für:

  • kurze Tage
  • niedrigen Sonnenstand
  • häufige Bewölkung / Nebel

Trotzdem zeigt sich:

  • Fast der gesamte erzeugte Strom wird direkt im Haus genutzt
  • Einspeisung spielt im Winter kaum eine Rolle

PV-Erzeugung im Januar (Winter)

  • Ertrag gesamt: 280 kWh
  • Direkt selbst verbraucht: 237,5 kWh
  • Einspeisung: 42,5 kWh

👉 Eigenverbrauchsquote: ca. 85 %

Der Januar bringt:

  • etwas längere Tage als der Dezember
  • aber oft tiefere Temperaturen

Auch hier gilt:

  • Die PV arbeitet nicht ertragsstark, aber hochgradig eigenverbrauchsorientiert
  • Jeder erzeugte kWh reduziert direkt den Netzbezug

Vergleich: PV-Erzeugung im September (Übergangszeit)

Zum Vergleich ein Monat mit deutlich besseren Bedingungen:

  • Ertrag gesamt: 1,45 MWh
  • Eigenverbrauch: 868 kWh
  • Einspeisung: 578 kWh

👉 Eigenverbrauchsquote: ca. 60 %

Typisch für den September:

  • lange Tage
  • noch hoher Sonnenstand
  • geringerer Heizbedarf
  • mehr Stromüberschuss

Hier sieht man:

  • deutlich höhere absolute Erträge
  • steigende Einspeisung
  • sinkende Eigenverbrauchsquote (prozentual)

Gegenüberstellung der Monate

MonatErtrag gesamtEigenverbrauchEinspeisungEigenverbrauchsquote
Dezember231 kWh205 kWh26 kWh~89 %
Januar280 kWh237,5 kWh42,5 kWh~85 %
September1.450 kWh868 kWh578 kWh~60 %

Warum PV im Winter trotzdem sinnvoll ist

Auch wenn die Erträge im Winter niedrig sind:

  • Hoher Eigenverbrauch
  • Direkte Reduktion des Netzbezugs
  • Perfekte Ergänzung zur Wärmepumpe
  • Kein Speicher nötig, um sinnvoll zu sein

Gerade in Kombination mit:

  • Wärmepumpe
  • Haushaltsverbrauch
  • tagsüber anfallenden Lasten

liefert die PV auch im Winter echten Nutzen.


Ost/West-Ausrichtung: Vorteil im Eigenverbrauch

Die Ost/West-Ausrichtung sorgt dafür, dass:

  • Erzeugung morgens früher beginnt
  • abends länger anhält
  • Lasten besser abgedeckt werden

Das ist besonders im Winter relevant, wenn:

  • die Sonne ohnehin niedrig steht
  • kurze Ertragsfenster optimal genutzt werden müssen

Fazit

Die Praxisdaten zeigen sehr klar:

  • PV liefert im Winter weniger Energie, aber hochwertige Energie
  • Der Eigenverbrauch ist im Winter extrem hoch
  • Auch ohne Speicher reduziert PV den Netzstrombezug spürbar
  • Übergangsmonate wie der September liefern den Großteil der Jahreserträge

Wer Photovoltaik realistisch bewerten will, muss:

  • Winter und Sommer betrachten
  • Eigenverbrauch und Einspeisung einordnen
  • und echte Monatswerte vergleichen

Genau das zeigen diese Zahlen.